--- Kodachrome-Mini-FAQ
Hinweis  Die Kodachrome-Mini-FAQ (Liste der Antworten auf häufig gestellte Fragen) ist ein Angebot der Firma DAIBOLA. Inhalt des Angebotes sind Informationen rund um den Kodachrome-Film der Firma Kodak. Diese Seite basiert auf der alten FAQ von Gunnar Lindenblatt und wird weiterhin von ihm (mir ;-) ) betreut. Diese Seite ist kein Angebot der Firma Kodak. Technische Details und Ratschläge werden nach bestem Wissensstand gegeben, jedoch kann für fehlerhafte und mißverständliche Angaben keinerlei Haftung übernommen werden. Kodachrome ist ein Markenname von Kodak. Alle Markennamen werden hier ohne besondere Kennzeichnung genutzt. Mit dieser Seite werden keinerlei kommerziellen Ziele verfolgt.
  Diese Seite wird jetzt als Blog weitergeführt:
http://k14.daibola.biz
  Betrifft: Einsende-Adresse

Die alte, auf vielen Einsende-Beuteln aufgedruckte Anschrift stimmt nicht mehr! Die richtige Einsende-Adresse für Deutschland lautet:

Kodak GmbH
Kodachrome Service
Hedelfinger Straße 60
70327 Stuttgart

Ich empfehle die Einsendung mehrerer Filme nicht als Päckchen (Deutsche Post AG), sondern als versichertes Hermes Privatpaket, da dies erheblich günstiger ist.

Diese Adresse ist auch nach dem erfolgten Produktionsende des Kodachrome-Films weiterhin gültig! Eine Einsendung kann bis zum 23. November 2010 erfolgen.

  Betrifft: Entwicklungsende

Ab dem 23. November 2010 will Kodak keine Kodachrome-Filme zur Entwicklung mehr annehmen. Rechtlich gesehen ist dies sehr fraglich! Mit dem Kauf eines Kodachrome-Films kamen nämlich gleich zwei Verträge zustande: Ein Kaufvertrag mit dem Händler und ein Werksvertrag mit Kodak. Kodak verspricht, aus dem Halbprodukt (dem unbelichteten Film) eine vollwertiges Produkt (Dia) herzustellen. Rechtlich wichtig: Dies wurde nicht als Gutschein "versprochen", sondern als Zusage (... Filmpreis beinhaltet die Entwicklung durch KODAK ...) rechtlich verbindlich und zeitlich unbegrenzt gegeben. Gemäß der Verbraucherschutz-Zentrale NRW ist Kodak damit verpflichtet, diesen Werksvertrag einzuhalten. Dieser gilt 30 Jahre ab dem Kauf!

Wie sich Kodak hier herauswinden will, wird sich zeigen.

  Wie geht es weiter?

Kodachrome ist aufgrund der Farbwiedergabe und der Bildhaltbarkeit ein besonderes, wenn nicht einmaliges Produkt. Die zugrundeliegende Technik ("Chemie") ist allgemein bekannt und rechtlich nur noch in Teilen geschützt. Einer Produktion eines Kodachrome-ähnlichen Films steht daher nichts im Wege, wenn es genügend Interessenten gibt. Dafür wird derzeit eine Umfrage durchgeführt. Ist die Fortführung eines Kodachrome-ähnlichen Films realistisch?

Ja!

  • Kontinuität: Noch wird der Kodachrome genutzt, anders als z.B. beim Polaroid-Film (siehe The Impossible Project) muß nicht eine quasi neue Nutzergruppe aufgebaut werden
  • Erfahrung: Mit Dwayne´s Photo steht ein erfahrenes Entwicklungslabor zur Verfügung.
  • Simplizität: Der Kodachrome ist ein sehr alter Film, die chemische Technik ist mit dem heutigen technischen Stand sehr leicht zu handhaben.
  • Rechtslage: Alle wichtigen Patente im Zusammenhang mit Kodachrome sind längst abgelaufen, dh. keine hinderliche Rechtsstreitigkeiten!
Wie geht es hier weiter?

Diese Seite basiert auf der alten Kodachrome-Mini-FAQ, einer statischen HTML-Seite. Dies ist geplant:

  • kurzfristig: Wiki- oder Blog-System installieren
  • kurzfristig: eine englischsprachige Version erstellen
  • kurzfristig: Stellungnahme von Dwayne´s Photo
  • mittelfristig: eine französischsprachige Version
 
  • Was ist das besondere an Kodachrome?
    Die Farben!
    Ansonsten könnte man noch anführen:

  • Wie wird Kodachrome entwickelt?
    Kodachrome ist zwar ein Farb-Diafilm, wird aber nicht im E6-Prozeß entwickelt, wie er in jedem Labor "um die Ecke" vorgenommen wird. Die Entwicklung erfolgt im K-14-Prozeß. Dieser Prozeß ist wesentlich aufwendiger und wird in Europa nur noch von Kodak selbst in Lausanne (Schweiz) durchgeführt. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist der Prozeß noch etwas populärer, dort gibt es auch Fachlabore, die ihn durchführen.

  • Wie läuft der K-14-Prozeß ab?
    Das steht auf einer eigenen Seite.

  • Warum ist Kodachrome so teuer?
    Das täuscht. Im Filmpreis ist die Filmentwicklung bereits enthalten. Guter Film + gute Entwicklung ist eher etwas teurer.

  • Wo kriege ich den Kodachrome her?
    Die Produktion des Kodachrome seitens Kodak ist eingestellt worden. Mir ist derzeit keine Quelle bekannt, jedoch gibt es Überlegungen, die Produktion eines ähnlichen Films aufzunehmen.

  • Was muß ich mit einem belichteten Kodachrome machen?
    In der Filmpackung liegt ein gelber, kleiner Beutel bei. Hier wid die eigene Adresse (bzw. die gewünschte Rücksendeadresse für den entwickelten Film) eingetragen, ebenso die Adresse des nächstgelegenen Kodak-Labors (die Liste steht auf der Packung). Der Kodachrome wird in die Filmdose gesteckt, und diese kommt in die Tüte, zusammen mit eventuellen Angaben zur Filmentwicklung. (Ja, auch die Dose paßt haarscharf in den Beutel!)

    Das ganze wird als Warensendung verschickt: ein Beutelchen zu 0,70 Euro (D), viele Beutelchen in einem wiederverschließbaren Päckchen oder Großumschlag bis 500g 1,65 Euro (D) und geht an

    Kodak GmbH
    Kodachrome Service
    Hedelfinger Straße 60
    70327 Stuttgart

    sedamo: TP-XM-RE-YP

  • Wie lange dauert die Entwicklung (von der Einsendung an gerechnet)?
    Nach dem Einsenden der Filme an Kodak muß man ungefähr drei Wochen (fünf Arbeitstage) warten. Seit dem 25. September 2006 werden die Filme von Kodak in die USA transportiert, wo sie von Dwayne´s Photo entwickelt werden. An der deutschen Einsendeadresse ändert sich natürlich nichts.

  • Ich habe den Versandbeutel nicht mehr. Was soll ich nur tun?
    Den Film eben in einen normalen Briefumschlag stecken und wie oben angegeben adressieren. Auch hier gilt: Nie die Rücksende-Adresse vergessen!
    Der Entwicklungsgutschein steht auf der Filmpatrone, nicht auf dem Beutel. (Ausnahme sind in den USA gekaufte Filme; diese schließen die Entwicklung nicht mit ein. Bei diesen kommt eine Rechnung mit zurück.)

  • Kann ich den Kodachrome ungeschnitten bekommen?
    Ja. Schneide einfach zwei Ecken von der Entwicklungstüte ab (und lege sicherheitshalber noch einen Zettel dazu: "Filmstreifen bitte nicht schneiden! / Do not cut film strip!"). Kostet nichts extra.

  • Auf meiner Entwicklungstüte steht was von "Ecke abschneiden"?
    Ja, das dient wohl der leichteren manuellen Sortierung bei Kodak. "Kleiderordnung" beim Kodachrome-Beutelchen:
    • keine Ecke ab: Film soll gerahmt werden
    • eine Ecke ab: Film soll als 5er-Streifen zurückgeschickt werden
    • zwei Ecken ab: Film soll ungeschnitten (also aufgerollt) zurückgeschickt werden
    Übrigens: wer die Rahmung nicht bezahlt hat, kriegt auch mit "Ecke dran" keine…

  • Kann ich Kodachrome pushen (lassen)?
    Ja. Sinnvoll ist es, vom höherempfindlichen Kodachrome auszugehen, dem 200er. Es kann im Labor um 1 1/3 Blenden (auf "ISO 500") oder um 2 Blenden (auf "ISO 800") gepusht werden.
    Kodak bietet diesen Service selbst aber nicht mehr an, jedoch das eigentliche Entwicklungslabor Dwayne´s Photo. Preise siehe dort. Den anteiligen, nicht genutzten Betrag von Versand und Entwicklung solltest du bei Kodak zurückfordern!

  • Kann ich Kodachrome pullen (lassen)?
    Ja, um eine Blende. Vorgehen wie beim Pushen.

  • Warum ist Kodachrome so scharf?
    Die Farben zur Projektion werden erst während des K-14-Entwicklungsprozeß in den Film eingebracht, so können die einzelnen Filmfarbschichten sehr dünn gegossen werden.
    Weiter ist der Kodachrome während der Belichtung sozusagen ein Schwarz-Weiß-Film, wie bei diesen gibt es an Kanten einen Diffusionseffekt, wodurch die Kante überhöht wird (Schwarz wird schwärzer, Weiß wird klarer).

  • Was ist das besondere an den Farben von Kodachrome?
    Lästermäuler sagen, der Kodachrome sei ein Schwarz-Weiß-Film, der ein Farbfilm werden wollte. Tatsächlich sind die Farben zurückhaltend, aber sehr differenziert und nicht zu bunt. Dies macht ihn zum idealen Film für Portraits mit angenehmen Hautfarben, aber auch für Tierphotographie (Fellzeichnung z. B.) und Landschaftsaufnahmen (tausende Grün- und Brauntöne). Seine Universalität machen in zum idealen Reisefilm.
    Der besondere Clou aber: Alle Kodachromes (K25, K64, K200, gepusht) bringen zwar nicht die gleichen Farben, zeigen aber die identischen Farben. Da die (projizierte) Farbe (der Farbstoff) erst beim Entwicklungsprozeß hinzukommt, und die für alle Typen die selbe ist, ändert sich der Farbeindruck nicht. Ein "total blaues" Dia vom K25 ist genauso "total blau" wie ein K200 "total blau" sein kann. (Das heißt nicht, daß die aufgenommene Farbe von allen Kodachromes gleich wiedergegeben wird — der 200er ist etwas wärmer — aber der Zuschauer weiß das ja nicht.) Die Kodachromes harmonisieren daher untereinander besser als jede andere Farbfilmfamilie.

  • Was ist der Unterschied zwischen K25, K64 und K200?
    Die Empfindlichkeit ;-)
    Bei normalen Lichtsituationen unterscheidet sich der Farbeindruck gar nicht, die Farbwiedergabe nur minimal (K200 ist minimal wärmer). Bei sehr dunstigen, orange-warmen Lichtstimmungen liefert der K200 sehr schnell zu stark purpurfarbige Dias. Auch die gepushten (forciert entwickelten) Dias sind nicht auffällig (!). Die Schärfe ist praktisch immer gleich. Die Körnigkeit ist beim K25 und K64 praktisch nicht zu sehen (Körnigkeit (RMS): 9 bzw. 10), beim K200 knapp vor "extrem" (Körnigkeit (RMS): 16). John Shaw beschreibt in seinem Buch "Landscape Photography", daß man den K200 aufgrund seiner starken Körnigkeit gut zum "Strukturieren" von weißen Schneeflächen bei Winteraufnahmen verwenden kann, die sonst langweilig, da zu flächig wirken würden. Aufgrund seiner geringen Körnigkeit bietet sich der K25 auch für Repros an. Bei Langzeitaufnahmen (mit Schwarzschild-Effekt) wird der K25 sehr kalt und grün, der K64 kalt, der K200 bleibt warm. Um einen Rest des warmen Glühlichtes beizubehalten und ohne Farbfilterung (KB-Filter) zu arbeiten reicht es also, Aufnahmen mit Verschlußzeiten >30 Sekunden auf K25 oder K64 zu machen.

  • Was bedeutet "K25", "KR", "PU" und all die anderen Kürzel?
    Kodachrome ist ein recht langes Wort, es gibt folgende Kürzel:
    • KM = K25 = Kodachrome, Empfindlichkeit ISO 25
    • KR = K64 = Kodachrome, Empfindlichkeit ISO 64
    • KL = K200 = Kodachrome, Empfindlichkeit ISO 200
    • PU = Process, Unmounted = ungerahmt
    • PKM, PKR, PKL = "professional" Version des jeweiligen Films
    • K-LAB = Cine-Prozessor, schrankgroßes Gerät, das 75 bis 100 Filme pro Stunde trocken-zu-trocken entwickelt

  • Ich lese hier was von Kodachrome mit der Empfindlichkeit ISO 25 / ISO 200?! Wo bekomme ich den her?
    Leider kommst Du etwas spät. Beide Filmtypen wurden von Kodak seit langem eingestellt.

  • Kann ich beim Kodachrome ein paar Effekte rausholen (die es beim "normalen" E6-Diafilm so nicht gibt)?
    Jede Menge, einfach mutig drauf los experimentieren! Hier ein paar Anregungen:
    • "schönes Wetter hier"
      Sehr knapp belichten oder 1/3 Blende unterbelichten: die Farben werden "stark"
    • "scharfe Weichheit"
      Doppelbelichtung erst mit und dann ohne Softener. Weiche Bilder, aber mit Details.
    • "Space Night"
      Langzeit-Belichtung mit Farbverschiebung durch Schwarzschild-Effekt, dazu noch KB-Filter: ergibt kalt-futuristische Farben.
    • "Pointillismus in pastell"
      K200 auf "ISO 800" pushen und stark überbelichten. Die Farben werden zerbrechlich zart (karmesinrot wird zu rosé) und "getupft". Gut geeignet für "High Key"-Motive.

  • Kann ich den Kodachrome als Meterware bekommen?
    Dies konnte man durchaus: für den Einsatz als Kinofilm war der Kodachrome nicht nur in 8mm, sondern auch in 35mm zu bekommen. Leider ist die Produktion eingestellt.

  • Welche Konfektionen gab es?
    Kodachrome gab es als Kleinbildfilm mit 24 oder 36 Aufnahmen, als Meterware und als Super8-Filmkassette.

  • Funktioniert Langzeitbelichtung mit Kodachrome?
    Ja. Der Kodachrome hat einen Schwarzschildexponenten von p = 0,7
    Sei t die erwartete (gemessene) Belichtungszeit und t' die korrigierte, so ist
    t' = t ^ (1/p)
    Die Kodachromes (vor allem der 25er) schießt bei langen Zeiten sehr ins grünliche. Dies ist praktisch, da die nächtliche Beleuchtung meist sehr gelb-lastig ist (Glühlampen und Natriumdampf-Straßenbeleuchtung). Sonst helfen Farbkorrekturfilter. Näheres im Datenblatt von Kodak.

  • Funktioniert Blitzen mit Kodachrome?
    Hm. Je nach Blitzgerät wird die Aufnahme bläulich, dann sollte ein UV-Filter vor den Blitz. Kodak empfiehlt prinzipiell leichte Warmtonfilter.

  • Läßt sich der Kodachrome gut scannen?
    Ja, aber erstmal: nein. Der Kodachrome ist den Schwarz-Weiß-Filmen ähnlicher als den heutigen E-6-Farb(stoff)-Diafilmen. Daher müssen einige Vorarbeiten (einmalig) erfolgen: Zunächst muß die automatische Kratzerentfernung deaktiviert werden. Diese ICE- oder FARE-Technik basiert auf der simplen Idee eines Infrarot-Scans; alles, was hier nicht durchsichtig ist, wird als "Dreck" erkannt und "automatisch repariert". Der Kodachrome beinhaltet aber (wie S/W-Filme) Reste von IR-undurchlässigem Silber und Azo-Farbstoffe. Weiter ist das Standard-Farbprofil den E6-Filmen angepaßt. Insofern nicht ein eigenes Kodachrome-Profil mitgeliefert wurde, sollte man anhand eines geeigneten Dias (KODAK empfiehlt hier Hautfarben als Kalibrierfarben und nicht Neutralgrau) ein eigenes Farbprofil anlegen. Voilà!
    Das Schwarz vom Kodachrome ist sehr dunkel (ganz schwarzes Schwarz ;-) ), so daß in den verschatteten Bildpartien das Rauschen des Scanners unangenehm auffallen kann, z.B. als blau-grüne "Flecken". Hier hilft ein Multiscan, der mehrere Scanvorgänge mittelt und dadurch das Rauschen unterdrückt (oder aber ein rauscharmer Scanner).
    Einschränkungen: Manche Scanner arbeiten mit Kaltlichtröhren (Leuchtstoffröhren) als Lichtquelle. Diese haben ein diskontinuierliches Spektrum, welches bei den Absorptionsmaxima der Kodachrome-Farbstoffe ggf. zu lichtschwach ist. Evtl. ergibt sich so ein starker Farbstich, der sich durch (nachträgliche numerische) Korrektur nicht beheben läßt. Dies ist aber ein Problem des (Billig-)Scanners und nicht von Kodachrome.

  • Wie sieht der optimale Dia-Scanner für den Kodachrome aus?
    In Kürze:
    • hohe Maximaldichte
    • Multiscan-fähig (mehrfaches Scannen zur Bildmittelung)
    • die teure ICE- oder FARE-Technik ist nicht sinnvoll
    • automatischer Bildtransport (zum "Batch-Scan")
    Ein Scan-Test mit (a) einem Portrait (Hautfarben) und (b) einer Nachtaufnahme o.ä. (sehr dunkle Bildteile) empfiehlt sich.
    Gute Erfahrungen habe ich mit folgenden Scannern gemacht: Die explizite Nennung dieser Scanner soll anderen Modellen nicht zum Nachteil gereichen ;-)
    Sprich: Es mag noch andere gute geben.
    Eine interessante Übersicht gibt es auf der Seite von FilmScanner.info.

  • Wie scanne ich den Kodachrome optimal?
    Hängt natürlich sehr vom Motiv und vom Verwendungszweck ab, aber in Kürze:
    • Kodachrome-Farbprofil laden
    • 4mal Multiscan (mehrfaches Scannen zur Bildmittelung), bei sehr dunklen Bildern auch gerne mehr
    • IR-Scan (ICE / FARE) ausschalten
    • keine Glasrähmchen verwenden
    • Vollformat-Rähmchen verwenden (verhindert Bildrandbeschnitt)

  • Soviel zum Scannen! Gibt es irgendwo einen Artikel darüber?
    Erfreulicherweise gibt es einen umfangreichen Artikel über das Scannen von Kodachrome-Material von Manfred Jagoda auf den Seiten von FilmScanner.info.

  • Kann ich den Kodachrome gleich nach der Entwicklung scannen lassen, z. B. als Kodak Photo CD?
    Nein.

  • Ich habe meinen ersten Kodachrome entwickelt zurückbekommen. Der ist total rosastichig!
    Wetten, Du hast ihn auf einem Lichtpult angesehen? Ein Lichtpult arbeitet mit Kaltlichtröhren (Leuchtstoffröhren), diese haben ein diskontinuierliches Spektrum, was zusammen mit den Absorptionseigenschaften der Kodachrome-Farbstoffe zu diesem (scheinbaren) Mangel führt.
    Schritt 1: Schau Dir Deine Dias in der Projektion an. Die Halogenbirne des Diaprojektors hat ein kontinuierliches Spektrum. Jetzt stimmen die Farben, gell?
    Schritt 2: Besorg Dir eine andere Leuchtstoffröhre fürs Lichtpult.

  • Meine Kodachrome-Dias sind rosastichig!
    O-oh! S*it happens. Entweder wurde der Film zu heiß gelagert (im Auto? Oder schon beim Händler? siehe Lagerung) oder bei der Entwicklung ist was schiefgelaufen. Für Entwicklungsfehler scheint der K200 besonders anfällig zu sein. Schicke den gesamten Film mit dem grünen Schnipsel am Anfang (Laufkarten-Nummer) mit einem Reklamationsschreiben nach KODAK GmbH, Kodachrome-Entwicklungsdienst, Hedelfinger Straße 60, 70327 Stuttgart. Anhand der Laufkarten-Nummer kann nachvollzogen werden, wie die Entwicklung erfolgte. Während des gesamten Prozesses wird permanent optisch-analytisch überwacht (erkennbar an den winzigen Farbpunkten unterhalb der Perforation); wenn was schief geht/gegangen ist, kommt ein Begleitschreiben mit. (Mir selbst ist bis jetzt ein Film zerkratzt worden.)

  • Wie soll ich den (noch unbelichteten) Film lagern?
    Wie immer gilt: möglichst kühl. Die (ausgepackten, ungeöffneten) Kodachrome-Döschen können problemlos eingefroren werden und halten dann "ewig". Vor dem Verwenden auf Zimmertemperatur kommen lassen, um Kondenswasserbildung zu verhindern. (Einfach einen Tag vorher rausnehmen.)

  • Wie soll ich den belichteten, aber noch nicht entwickelten Film lagern?
    Am besten gar nicht. Die Belichtung hat ein sogenanntes latentes Bild erzeugt, das sich wieder zurückbildet — allerdings sehr, sehr langsam. (Ein 20 Jahre lang im Keller vergessener Film wurde noch mit zufriedenstellenden Farben entwickelt!) Trotzdem: Der Film sollte so schnell wie möglich ins Labor. Bis dahin kann er wie der unbelichtete Film gekühlt oder sogar eingefroren werden. Hitze ist zu vermeiden und kann zu einem sehr unschönen Magenta-Farbstich führen. Bedenke, daß sich Postkästen in der Sonne sehr aufheizen können, ähnlich wie Autos! Auch kleinere Postfilialen (diese "Shop-in-Shop"-Dinger) lagern manchmal die abgegebenen Pakete auf der Heizung oder im (sonnenbeschienenen) Schaufenster :-(

  • Wie soll ich die fertigen Dias lagern?
    • In absoluter Dunkelheit! UV-Licht (grelles Tageslicht reicht schon) kann den Kodachrome in weniger als einer halben Stunde (partiell) ausbleichen und so zu Farbverschiebungen führen. (Das Licht der Projektions(glüh)lampe hingegen enthält kein UV-Anteil, Du darfst ihn also ansehen…)
    • Ideale Lagerbedingungen: 30% relative Luftfeuchte und weniger als 18°C.
      Geringere Luftfeuchte kann das Trägermaterial spröde werden lassen. Langzeitlagerung ist durch Einfrieren möglich, dafür müssen die Dias effektiv vor Kondenswasserbildung geschützt werden. Merke: Wasserschaden = Totalschaden!
    • Fernab jeglicher Chemie (Mottenkugeln) und biologischen Zeuchs (Milben).

  • Hast Du mal ein Beispielbild?
    Das ist nun sehr sinnig — schließlich hängt der Farbeindruck im wesentlichen von Deinem Monitor ab! Trotzdem habe ich mal zwei "Beispielbilder" kreiert:
    Ein Kodachrome-Photo:
    K-14-Dia

    Ein kurz darauf aufgenommenes E6-Photo (gleiche Lichtsituation):
    E-6-Dia

    Man erkennt:

    • der Kodachrome ist viel schärfer
    • der Himmel rutscht beim Kodachrome immer etwas mehr ins Türkis ab
    • die Hautfarben sind beim Kodachrome viel schöner
    …und wer's noch nicht gerafft hat: das ganze gilt mit ;-)

  • Ich habe eine Frage, die hier nicht beantwortet wird. Kann ich sie per E-Mail zuschicken?
    Der Kodachrome ist ein Produkt (oder sollte ich besser schreiben: Stiefkind) von Kodak. Wende Dich doch mal dahin!
    Wenn Du eine Antwort erhalten willst, schreibe einen Beitrag in der Newsgruppe de.rec.fotografie
    oder an: k14@daibola.biz

  • Wie kann ich zu dieser Mini-FAQ beitragen oder Kritik loswerden?
    Indem Du mir eine E-Mail schreibst: k14@daibola.biz

  • Die finale Frage: Der Kodachrome scheint ja ein ganz toller Film zu sein. Sind die anderen Produkte / Leistungen von Kodak genauso toll?
    Die Antwort: Wir leben in einem freien Land, in dem jeder seine Meinung sagen darf - es sein denn, der andere hat einen besseren Rechtsanwalt.

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Letzte Änderung: 8. Februar 2010   
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